Coloniacs

Wie wir die Coloniacs wurden …
Zum Ende der Saison 2008/2009 und in der darauffolgenden Sommerpause kam es innerhalb der Wilden Horde 1996 zu Differenzen, in deren Folge die Gruppe eine interne Neuausrichtung beschloss. Einige langjährige Mitglieder konnten den neu eingeschlagenen Kurs nicht mitgehen und formierten sich zunächst in der WH als – mehr oder weniger autonom von der Hauptgruppe agierende – »Sektion Müngersdorf«, der sich knapp über 20 WH-Mitglieder anschlossen. Unter neuem Namen versuchte man, der alten Gruppe treu zu bleiben und das zu konservieren, was das eigene, bisherige Verständnis von Ultrà und Zusammenhalt ausmachte. Zum zweiten Heimspiel brachte man mit dem »Kallendresser« ein neues, eigenes Ultrà-Zine auf den Markt, das als Ergänzung zum »Mentalità Kölsch« der Wilden Horde gedacht war. In der Anfangszeit der Sektion fühle man sich in seiner Arbeit frei und unabhängig, konnte man doch nach endlosen Wochen des Streits endlich wieder für den geliebten Verein und die Gruppe leben und arbeiten. Die neuen Strukturen und Entscheidungsprozesse der WH beobachte man aus einer gewissen Distanz.
Mit der Zeit nahm man jedoch Entwicklungen innerhalb der WH und im Umgang untereinander wahr, die derart demotivierten, dass man nicht weiter als Gruppe den Namen Wilde Horde tragen konnten. So entschloss man sich nach wenigen Wochen mit nur noch 15 Sek.-Müngersdorf-Mitgliedern zu dem für alle emotional sehr schwierigen Schritt, die Gruppe als Sektion zu verlassen und als eigenständige, geschlossenere Ultrà-Gruppierung, als Coloniacs, weiter zu machen. Ein Teil der Mitglieder der Coloniacs entschied sich dazu, die WH komplett zu verlassen, ein anderer Teil bleibt der WH als passive Fördermitglieder erhalten. Generell sei gesagt, dass wir mit der WH stets am engsten und größtenteils freundschaftlich verbunden sein werden. Wir wollen ein komplementäres Angebot schaffen und die kölsche Szene weiter ausdifferenzieren. Wir stehen für einen alternativ eingeschlagenen Weg der Ausprägung des Ultrà-Daseins. Leider sehen wir den Versuch der Aufrechterhaltung einer Großgruppe bei uns in Köln als gescheitert an. Daher bringen wir uns ab jetzt stets produktiv, kommunikativ und solidarisch, wenn auch kritisch in das Kollektiv der Fanszene und unserer Südkurve ein.
Alle Gruppen und Fanclubs sollten sich immer bewusst bleiben, dass wir nur gemeinsam stark sind! Manchmal ist eine geteilte Gemeinsamkeit besser, als zwanghaft zusammen und uneins den schwierigen Weg zu gehen, so schmerzhaft und traurig dieser Schritt auch ist, so ist er aufrichtig und für uns der einzig mögliche. Lasst es uns anpacken!
Wer wir sind und was wir wollen …
Die Coloniacs bilden zwar eine geschlossene Ultrà-Gruppe, sind aber trotzdem offen für einen gesunden Zuwachs an fähigen Mitgliedern [mehr Informationen zur CNS-Mitgliedschaft hier]. Die Gruppengliederung ist hierarchiefrei, jeder kann seine Meinung frei einbringen und bei Entscheidungen zählt die Stimme aller gleich viel. Der Alterschnitt der Coloniacs ist mit durchschnittlich 26 Jahren vergleichsweise hoch. Dies sehen wir als eine unserer Stärken an. In vielen Lebensbereichen haben wir den jugendlichen Leichtsinn abgelegt und reflektieren unser Handeln mehr als vielleicht noch vor wenigen Jahren. Dennoch sind wir sehr froh, in den letzen Tagen auch junge Verstärkung bekommen zu haben.
Aufgabenbereiche werden unter den Mitgliedern verteilt. Ein Aufgabenbereich wird jeweils von einem Mitglied koordiniert und verwaltet. Kleinere Entscheidungen werden in den jeweiligen Aufgabenbereichen von den entsprechend Verantwortlichen getroffen, größere hingegen von der gesamten Gruppe. Unsere Gemeinschaft ist nach innen frei, tritt aber nach außen hin einheitlich auf.
Wir sehen uns in erster Linie als Ultras des 1. FC Köln. Dem Verein sind wir treu gegenüber, behalten uns aber einen kritischen Standpunkt zu sämtlichen Vereinsaktivitäten vor. Unser Ziel ist, durch bedingungslose optische und akustische Unterstützung die Mannschaft des FC nach vorne zu treiben. Im Gegenzug erwarten wir von Spielern und Verantwortlichen die Identifikation mit der Stadt und ihren Bürgern, mit dem Verein und seinen Fans. Als Mitglied des Dachverbands der aktiven Fanclubs des 1. FC Köln wollen wir diesen stärken und daran mitarbeiten, dass er weiter wächst und in Zukunft mehr Einfluss auf den Verein und sein Umfeld gewinnt. Die Vernetzung mit sozialen Einrichtungen, anderen subkulturellen Gruppen und weiteren fördernswerten Einrichtungen streben wir an. Auch möchten wir uns stark und aktiv in überregionale Fanzusammenschlüsse einbringen. Nur gemeinsam kann die Ultrà-Kultur überleben und den Zielen, die uns einen, mehr Nachdruck verleihen. Den aktuellen Entwicklungen unseres Sports gilt es die Stirn zu bieten!
Wir sehen uns als Ultras und damit als politische Menschen. Unsere Anliegen lassen sich nur durch politisches Handeln verwirklichen und sind dementsprechend motiviert. Es liegt uns jedoch fern, uns in Kategorien stecken zu lassen. Wir sind Ultras und keine Politiker. Wir sprechen uns klar und deutlich gegen Rassismus, Sexismus und jegliche Diskriminierung aus und setzen uns nach unseren Möglichkeiten dagegen ein! Was uns verbindet ist der 1. FC Köln, unsere Stadt und die damit verbundenen Werte.
Vielfalt in allen Belangen ist unsere Stärke.
Solidarität ist unsere Waffe!